Schottland - Ein Reisebericht - Teil 1


Bei meinem letzten Blogeintrag über die Inspiration habe ich euch von Schottland erzählt und bin bei instgram auf die Idee gebracht worden, einen Reisebericht dazu zu schreiben, und euch so Tipps für eigene Reisen zugeben. Danke @juggling wor(l)ds. Also los. Hier kommt Teil 1

Edinburgh - Crail - St. Andrews - Dundee - Perth - Pitlochry

(Bei uns 3 Tage).


Meine erste Reise nach Schottland liegt zwar schon länger zurück, aber ich denke immer wieder gerne daran und möchte euch hier davon erzählen.

Wir - mein Freund und ich - sind im Oktober 2012 zum ersten Mal in Schottland gewesen. Ich glaube ich habe es schon mal in einem der Challenge Beiträge gesagt, aber ich denke in Schottland ticken die Uhren langsamer. Man hat schon am Flughafen das Gefühl, dass jemand die Zeit angehalten hätte oder auf die Bremse tritt. Nicht das Schottland besonders rückständig ist, oder so, ganz im Gegenteil. In den Highlands - auf dem Weg zum Loch Ness - hatten wir eine bessere Internetverbindung als manchmal zu Hause.

Aber jetzt wieder zur Reise. Wir hatten uns für einen Roadtrip entschieden und lediglich den Flug (Lufthansa), den Mietwagen (ich glaube es war HERTZ) und das erste Hotel in Edinburgh vorab gebucht. Angekommen sind wir sind am 1. Oktober.


Von dort aus gings mit dem Mietwagen. Ich gebe es zu, ich hatte ziemlich großen Bammel davor links zu fahren und links zu schalten (Gott sei Dank sind die Pedale nicht auch noch vertauscht). Deshalb habe ich den Mitarbeiter der Mietwagenfirma gefragt, ob ich irgendetwas besonders beachten soll.

"Keep away from the curb!"

Vom Bordstein fernhalten, war seine Antwort, ach so na dann, wenn das alles ist. Ich glaube ich hab mir trotzdem fast in die Hosen gemacht und natürlich bin ich zuerst zur Beifahrerseite gegangen um einzusteigen. Ich wette das geht jedem so, der zum ersten mal in ein rechts gelenktes Auto einsteigen soll. Also noch mal Seitenwechsel, Navi anschließen (wir hatten unser eigenes mitgebracht) und los. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz steht ein überdimensionales Schild auf dem in sämtlichen Sprachen der Welt steht.

"Drive left!"

Ha ha, das hatte ich ganz vergessen. Egal. Die Straßen vom Flughafen in die Stadt sind - im Gegensatz zu denen in der Stadt - gut ausgebaut, ich weiß zwar heute nicht mehr genau wie lange es gedauert hat, aber wir haben unser Hotel (wie gesagt, das Einzige, was wir vorab gebucht haben) gefunden. Hinter dem Haus gab es Parkplätze mit Parkautomat. Cool, dachte ich. Dann gehe ich zuerst rein und frage dann wo der Hotelparkplatz ist. Gesagt getan. Sicherheitshalber einen Parkschein geholt und los. Die Dame an der Rezeption hat uns den Weg zu einem Parkhaus in der Nähe erklärt und uns unsere Schlüssel ausgehändigt. Als wir wieder raus gekommen sind - es hat keine 10 Minuten gedauert - hatte ich einen rot-weiß-gestreiften Umschlag (ungefähr in DIN A5 Größe) an der Windschutzscheibe kleben. Na toll, kaum eine halbe Stunde in Schottland und schon den ersten Strafzettel. Was mache ich jetzt? Der Umschlag ist zu. Was habe ich falsch gemacht? Ich habe am Parkautomat geparkt. Ich habe einen Parkschein gezogen und ich war nur knapp zehn Minuten weg. Also schnappe ich mir den gestreiften Umschlag und gehe wieder ins Hotel um dort nachzufragen, was ich tun muss. Aufmachen, hat die Mitarbeiterin gesagt. Darin steht die Höhe der Strafe und der Ort an dem ich diese bezahlen kann. Na super. Ich glaube es waren 65,- Pfund oder so und ich sollte zu einem bestimmten Büro an der Royal Mile gehen wo ich die Strafe direkt bezahlen kann. Toller Start für den Urlaub. Also zuerst die Koffer ins Zimmer, dann das Auto in die Tiefgarage (etwas weiter weg vom Hotel) und dann mit dem Navi im Fußgängermodus los zur Royal Mile.

Die Highstreet (Royal Mile) ist ein Touristenmagnet, an deren Ende liegt Edinburgh Castle (hat damals 18 Pfund Eintritt gekostet - deshalb haben wir es nur von außen gesehen.)


(Bild von pexels.com)

Mein Freund war so sauer, dass er nicht mit in dieses Büro gehen wollte und stattdessen die Straßenkünstler beobachtet hat. Ich weiß nicht genau was das für ein Büro war, aber ich musste eine Nummer ziehen wie auf dem Amt und dann warten. Als ich aufgerufen wurde, und der netten Dame alles erklärt hatte, musste ich meinen Führerschein zeigen und ihr unser Flugticket vorlegen. Damit konnten wir beweisen, dass wir wirklich gerade erst angekommen waren und noch keine Ahnung hatten. Sie hat sich sämtliche Unterlagen kopiert und ich musste einen Bogen mit unseren Daten ausfüllen in den ich reinschreibe, dass wir Touris sind und gerade erst angekommen waren. Dann hat sie gesagt, dass sie die Sachen einreichen wird und dass ich wieder von der Stadt hören werde, es aber durchaus sein kann, dass alles fallen gelassen wird und ich nichts bezahlen muss. Ich sollte mich nur mit den Straßen Regeln und Parkverbotszonen (ich hatte zwar an einem Parkautomat, aber eben leider auch an einer durchgezogenen gelben Linie geparkt) vertraut machen. Sie hat uns einen schönen Urlaub gewünscht und ich konnte wieder gehen. Ein paar Bilder aus der Stadt gefällig ...

Edinburgh ist seit 1437 die Hauptstadt Schottlands und mit ungefähr 496.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. (Glasgow ist die größte Stadt).

Edinburgh ist aufgeteilt in die Old Town (Edinburgh Castle, Royal Mile, St. Giles Church, Kopfsteinpflaster, enge Gassen, Treppen und Rundbögen) und die "moderne" New Town. Edinburgh lebt nicht nur vom Tourismus allein, denn es ist außerdem nach London die wichtigste Bankenmetropole des Vereinigten Königreichs. Edinburgh ist, im Gegensatz zur Industriemetropole Glasgow eher eine Stadt des Mittelstands. Zwischen beiden Städten herrscht eine kleine Rivalität, die man aber als Tourist (an nur zwei Tagen) nicht mit bekommt. Weder hier noch später in Glasgow.

Insider Info: Wisst ihr wonach die Einwohner Edinburghs ihre Uhren stellen? Nach dem Feuer der Kanonen auf dem Mills Mount Battery, jeden Tag um 13 Uhr (außer sonntags). Der Canon Drop war früher als Signal für die Schiffe auf dem Firth of Forth gedacht. Dazu steht auf dem Carlton Hill das Nelson Monument (eine merkwürdig aussehende Figur mit einer Kanonenkugel auf der Spitze) beim Abfeuern der Kanone kann man sehen wie die Kugel runterfällt.

Unbedingt ansehen sollte man:

Vermutlich das Schloss, aber wie schon gesagt, wir haben es nicht angeguckt. Deshalb kann ich dazu nichts sagen. Aber es gibt ja wiki.

Was wir uns angesehen haben ist die Welt der Illusion von Camera Obscura denn das ist nicht nur für Kinder ein riesen Spaß. Vom Dach hat man einen tollen Ausblick über die Stadt (siehe Bilder oben in der Galerie). In einem speziellen Raum kann man mit Hilfe einer Linse aus viktorianischer Zeit die Menschen auf der Princess Street beim Shoppen beobachten. Die Linse projiziert das Bild mittels eines Spiegels auf den Tisch vor einem.

The Scotch Whisky Experience - Das Whisky Musem an der Royal Mile, kurz unterhalb der Burg. Nicht nur für Whisky Liebhaber oder solche die es werden wollen ein tolles Erlebnis. Na dann:

SLÀINTE MHATH!

Auch für die Shopping Kings und Queens unter euch hat Edinburgh so ziemlich alles zu bieten, was eine moderne Großstadt bieten sollte. Ich zum Beispiel liebe die Stores von NEXT und war froh auf der Princess Street einen gefunden zu haben. In aller Ruhe bin ich durch die Gänge gestreift und habe mir verschiedene Bürosachen (Anzüge und Blusen) über den Arm gehängt und wollte dann zur Umkleide gehen. Die Verkäuferin die mir auf dem Weg dahin entgegen kommt fragt mich ob sie die Sachen zur Kasse bringen soll. Ich habe geantwortet, dass ich sie schon gerne vorher anprobieren möchte und sie meinte nur.

"Well honey, we´re closing in about 10 minutes."

Oh. Ich gucke auf die Uhr. Es war kurz nach 17 Uhr an einem Dienstag. Hm. Ok, na dann. Ich hänge als meine Sachen wieder zurück, suche meinen Freund und wir verlassen den Next Store ohne etwas zu kaufen. Meine Reise ist ja noch am Anfang, ich werde sicher noch mehr Shops finden.

In der Nacht werden wir durch lautes Piepen des Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen. Zuerst dachten wir es ist ein Fehlalarm und das Ding hört gleich wieder auf, aber dann klopft jemand an die Tür.

"Out! Everybody Out!"

Oh Scheiße. Es brennt wirklich. Wir uns also schnell was über gezogen und mit den anderen Gästen raus. Einige stehen frierend im Bademantel auf der Straße, andere waren so schlau sich ihre Jacken mit zunehmen und wieder andere - so wie wir - stehen nur in Jogging Klamotten da. Die Feuerwehr kommt mit lautem Getöse und das Hotel wird gestürmt. Es ist kalt und es hat angefangen zu nieseln. Heute weiß ich nicht mehr wie lange wir dort gestanden haben, aber irgendwann durften wir zurück in unsere Zimmer. Es war doch nur ein Fehlalarm.

In Edinburgh gibt es sicher noch viel mehr zu sehen und zu erzählen, aber wir waren ja nur zwei Tage dort und haben nicht viel angesehen. Außerdem sind wir beide Kinder vom Land und fühlen und in der Stadt nicht wohl, egal wie schön sie ist. Also nichts wie weg.

Am nächsten Tag führt uns unsere Reise entlang der Küste in Richtung Perth und Dundee. Mein Freund hatte im Flugzeug einen Bericht von den Krabbenfischern aus Crail gelesen, deshalb haben wir dort einen Zwischenstopp eingelegt.


(Bild: visitscotland.de)

Zum Abendessen waren wir in der Studenten und Golf "Metropole" St. Andrews. Übernachtet haben wir in einer netten kleinen Pension in Crail und sind am nächsten Tag weiter über Dundee, wo die RRS Discovery als Museums Schiff immer noch im Wasser liegt.


Über Perth (hier habe ich meine ersten Postkarten eingeworfen) und wir waren Mittagessen, danach gings nach Pitlochry. Dort wollten wir uns eigentlich das Enchanted Forest Festival ansehen, haben es aber leider nicht bis in den Wald geschafft. Dafür waren wir aber lecker essen und haben in einem sehr süßen Hotel mit tollem Frühstück geschlafen. Pitlochry ist auch für seine Lachstreppe berühmt, wo man - wenn man zur richtigen Jahreszeit dort ist - den Lachsaufstieg live beobachten kann.

Morgen erzähle ich euch vom Blair Castle, der Dalwhinnie Distillerie und den Delfinen die ich sehen wollte ...


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