Schottland - Ein Reisebericht - Teil 2


Wie versprochen, geht es heute weiter mit unserem Roadtrip durch Schottland.

Pitlochry - Blair Atholl - Dalwhinnie - Grantown on Spey - Elgin - Spey Bay - Inverness - Dornoch

(bei uns 2 Tage)


Nach der Nacht in Pitlochry ging es für uns weiter an den Ausläufern des Craingorms National Park (der größte National Park Schottlands) vorbei in Richtung Norden. Nicht weit von Pitlochry liegt das Blair Castle, welche die mit den Atholl Highlanders die einzige legale Privatarmee Europas besitzt.


Nach dem Mittagessen gings weiter und auf dem Weg in Richtung Inverness. Und huch, da kam auf einmal eine Distillerie. Nicht das wir davon im Vorbeifahren nicht schon einige gesehen hätten, aber diese hier war so weit weg vom allem mitten im Nichts, das wir hier einen Stop eingelegt haben und auch gerade noch Glück für eine Tour hatten. Ich selbst trinke ja keinen Alkohol (habe ich noch nie), und mein Freund ist auch eher Weintrinker als Whisky, aber trotzdem war es sehr interessant von einem Mann im Rock (natürlich weiß ich das es Kilt heißt) durch die Gebäude geführt zu werden. Am Ende der Tour vor den Lagerhäusern hat er sich mit einem fetten Grinsen im Gesicht zu uns umgedreht, die Tür aufgeschlossen und gesagt

"Step into my office!"

Gemeint hat er damit die "Schatzkammern", wo die Fässer reifen und der berühmte Angels Dust (ein Tropfen für die Engel) in der Luft liegt. Hier durften alle Teilnehmer ein Schlückchen probieren und ich musste ihn anschwindeln in dem ich ihm gesagt habe, dass ich schwanger sei und deshalb nicht trinke. Ich glaube sonst wäre er ziemlich sauer gewesen. Mein Gläschen hat dann mein Freund getrunken. Zu dem Whisky gabs ein Stückchen Schokolade und schon hat man einen Weinliebhaber zum Whisky Fan transformiert. Der Guide hat gesagt, dass weil ja heute Freitag ist (eigentlich war erst Donnerstag) und er sonst dran ist mit dem Spülen, schenkt er uns die Gläser als Andenken.


Mehr Infos gibts (ab 18) auf der Homepage von Dalwhinnie. Aber weil ich ja unbedingt die Delfine sehen wollte, sind wir nicht weiter in Richtung Inverness gefahren, sondern auf der einzigen Hauptstraße des Nationalparks in Richtung Grantown-on-Spey und dann nach Elgin wo wir eigentlich übernachten wollten, aber kein Zimmer gefunden haben. Die Delfine sind - so stand es im Reiseführer - am besten an der Mündung des River Spey in Spey Bay zu sehen, aber wir mussten uns erst um eine Unterkunft für die Nacht kümmern und haben den Besuch bei den Meeressäugern auf den nächsten Tag verschoben. Übernachtet haben wir dann in Nairn. Aber auch am nächsten Tag waren keine Delfine zu sehen. Wir hätten uns einfach besser informieren und uns nicht nur auf einen kurzen Bericht im Reiseführer verlassen sollen. Zum Beispiel beim Scottish-Dolphin-Center in Spey Bay. Vorbereitung ist eben alles und beim nächsten Mal klappts bestimmt. Hoffentlich.

Inverness haben wir nur im Vorbeifahren gesehen, denn als nächsten stand einer der schönsten Strände der Ostküste auf meinem Plan und den gibts in Dornoch.


Nackte Füße im Sand, so muss Urlaub sein - das ich oben die dicke Jack Wolfskin Jacke an hab, muss ja niemand wissen. Aber wir sind ja wegen dem Strand hier.

Übernachten konnten wir auch dort nicht, weil wegen einer großen Hochzeit im Dornoch Castle alle Pensionen, Hotels und Privatunterkünfte ausgebucht waren. Also Navi an "Suche Übernachtungsmöglichkeiten" eingetippt und los. Die Straße aus dem Dorf raus wurde - wie in den Highlands üblich - einspurig. In regelmäßigen Abständen kommen sogenannte Passing Places, also Parkbuchten wo man zur Seite fahren kann um evtl. entgegenkommende Fahrzeuge durchzulassen.


Ist an diesem Abend nicht passiert. In den Highlands ist man die meiste Zeit allein. Vor allem in der Nebensession. Ab und zu tauchen mal ein paar Hochlandrinder oder Schafe auf. Mit ganz viel Glück auch Rotwild. Wir haben an diesem Abend alles gesehen nur keine Unterkünfte, denn hier draußen gibt es nichts außer Natur, Berge, Heide und Steine. Ab und zu mal ein privates Häuschen und dann wieder lange nichts. Ich habe heute keine Ahnung mehr wo wir gefahren sind und wie oft wir an vielleicht der selben Stelle vorbei gekommen sind, aber als wir irgendwann (es war schon dunkel draußen) wieder in der "Zivilisation" angekommen sind, waren wir in Brora. Die auf dem Bild angezeigte Hauptstraße haben wir auf jeden Fall nicht genommen.


Zur Übernachtung haben wir ein Zimmer in einem ziemlich alten Pub gefunden. Auf dem Teppich habe ich mich nicht getraut barfuß zu laufen und geduscht habe ich mit Flip Flops, aber geschlafen haben wir trotzdem gut. Highlandluft eben. Auch solche Abenteuer gehören zu einer Reise und machen das Abenteuer doch erst aus.

Morgen gehts weiter mit Ullapool - Gairloch - Eilean Donan Castle ...


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