Schottland - Ein Reisebericht - Teil 4


Heute gehen wir auf Monstersuche:

Loch Ness , Fort Augustus, Fort William, Glen Coe, Crianlarich, Loch Lomond

(bei uns 2 Tage)


Loch Ness ist wohl das was die meisten Menschen sofort mit Schottland in Verbindung bringen, aber eigentlich ist es ziemlich unspektakulär. Deswegen habe ich auch nicht wirklich viele Bilder gemacht, denn man fährt auf dem Weg vom Eilean Donan Castle in Richtung Drumnadrochit zum Urquardt Castle eigentlich nur an einem ziemlich schmalen (1,5 km) aber unheimlich langen See (37 km) entlang.


Insider Info: Loch Ness ist nicht der größte See Schottlands, aber aufgrund seiner enormen Tiefe (230 m) der mit dem größten Wasservolumen. Loch Ness gehört zum Kaledonischen Kanal - der die Ost und Westküste Schottlands miteinander verbindet. Bei seiner Planung sollte er es den Schiffen einfacher machen ihr Ziel zu erreichen, allerdings hat der Bau so lange gedauert, dass bei der Fertigstellung die Schiffe schon wieder viel zu groß waren um den Kanal zu passieren.

Loch Ness ist ein Touristen Magnet, hier gibt es alles was mit Nessi zu tun hat. Sogar einen Nessi Freizeitpark, Nessi Souvenirs (ok, die gibt es überall in Schottland), Nessi-Monster-Cruises auf dem Loch und vieles vieles mehr. Wir haben keine Bootstour auf dem Loch gemacht, sondern uns nur die Infotafeln im Nessi Zentrum angesehen.

Über Fort August (quasi das südlichste Ende von Loch Ness) fahren wir entlang dem Kanal. Sehr passend dazu war die Musik die wir gehört haben. Amy MacDonald mit "Caledonia".

Von dort geht es weiter über Spean Bridge und Glen Coe durch das "Tal der Riesen" wie Charles Dickens es nannte.

"Hier sieht es aus als hätten die Riesen mit den Felsbrocken Bowling gespielt."

Glen Coe ist einsam aber unglaublich schön, es wird auch "Tal der Tränen" genannt. Geschichtlicher Hintergrund ist das Massaker von Glen Coe im Jahr 1672.

Insider Info: Die Menschen in den Highlands sind - wegen ihrer abgeschiedenen Lebensweise - immer schon sehr gastfreundlich (das sind sie heute noch). "Highland hospitality" heißt das, aber genau das ist ihnen in einer Nacht Anfang des Jahres 1692 zum Verhängnis geworden. 120 Clansmänner der Campbells haben sich unter dem Vorwand Quartier zu suchen bei den MacDonalds von Glen Coe einquartiert und ließen sich zwei Wochen aushalten. In der Nacht vom 13. Februar haben die Campbells - nachdem sie abends noch zusammen getrunken und gespielt hatten - alle MacDonalds aus ihren Betten gezerrt und ermordet. Wer fliehen wollte starb im Schneesturm draußen und somit wurde in nur einer Nacht quasi der komplette Clan der MacDonalds ausgelöscht.

Nach der Einöde von Glen Coe und den traurigen Geschichten aus dem Reiseführer führt uns unser nächster Stopp nach Crianlarich. Ein kleines Örtchen ungefähr 10 km nördlich von Loch Lomond und direkt am West Highland Way gelegen, deshalb sehr beliebt bei Wanderern. Übernachtet haben wir in einem sehr hübsch restauriertem Bed & Breakfast - dem Craigbank Guesthouse. Charlie der Wirt war sehr hilfsbereit und hat uns sogar für den nächsten Tag ein Zimmer in Glasgow reserviert, in dem er die Gelben Seiten und seine Kontakte abtelefoniert hat. Abends haben wir im Pub gegessen und danach eine DVD aus Charlies Sammlung angesehen. Am nächsten Morgen (der erste und einzige auf der Reise bei dem die Scheiben des Autos morgens gefroren waren) gab es super leckeres Frühstück und noch ein paar Reisetipps, bevor wir uns über Loch Lomond auf den Weg nach Glasgow gemacht haben.

Loch Lomond ist der größte See (39 km lang, 8 km breit) Schottlands und der mit den meisten Inseln - je nach Wasserstand sind es 30 - 60!! Drei von ihnen sind sogar bewohnt und auf einer gab es früher mal eine illegale Whisky Brennerei. Obwohl es am Morgen so eisig war wurde es doch noch ein wunderschöner Tag. Und wie fast überall in den Highlands gibt es auch hier eine (traurige) Geschichte.



Insider Info: Nach dem zweiten Jakobitenaufstand von 1745 warteten viele Highlander in englischen Gefängnissen auf ihrer Hinrichtung, aber die Engländer kamen nicht hinterher und musste aus Platzgründen einige wieder nach Hause schicken. Im Carlisle Castle saßen zwei Brüder aus der Gegend um Loch Lomond und die "Rotröcke" - wie die englischen Soldaten genannt wurden - hatten keine Lust mehr auszuwählen, wer sterben und wer leben soll, also wollten sie, dass die Brüder selbst entscheiden, wer von beiden hingerichtet wird. Der jüngere der beiden schrieb seinem älteren Bruder in der anderen Zelle einen Brief, in dem er ihm sagte, dass er die Hinrichtung auf sich nehmen wird, um schneller wieder in Schottland zu sein.

Dazu solltet ihr wissen, dass die Schotten, die nicht in Schottland sterben denken, dass die Seele sofort nach dem Tod wieder in Schottland ist.

Aus diesem angeblichen Brief der beiden Brüder wurde zuerst ein Gedicht "The Bonnie Banks o’ Loch Lomond", später ein Lied und ist heute ein traditionelles schottisches Volkslied, welches durch die Interpretation der schottischen Musikgruppe Runrig auch international bekannt wurde. Im Text wird die Geschichte der beiden Brüder noch mal wieder gegeben. Der jüngere - der die Hinrichtung akzeptiert - und seinen Bruder nach Hause schickt nimmt die "Low Road", damit seine Seele zuerst in Schottland ist. Der Bruder - der nach Hause laufen muss - nimmt die "High Road". Hier die Lyrics dazu:

Where the sun shines on Loch Lomond. Where me and tea tree my true love spent many days On the banks of Loch Lomond.

Too sad we parted in yon shady glen, On the steep sides of Ben Lomond. Where the broken heart knows no second spring, Resigned we must be while we're parting.

You'll take the high road and I'll take the low road, And I'll be in Scotland afore you. Where me and my true love will never meet again, On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond.

Ho, ho mo leannan Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach Ho mo leannan bhoidheach

You'll take the high road and I'll take the low road, And I'll be in Scotland afore ye. Where me and my true love will never meet again, On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond.

You'll take the high road and I'll take the low road, And I'll be in Scotland afore you. Where me and my true love will never meet again, On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond.

You'll take the high road and I'll take the low road, And I'll be in Scotland afore you. Where me and my true love will never meet again, On the bonnie bonnie banks of Loch Lomond.

You'll take the high road and I'll take the low road, And I'll be in Scotland afore you. Where me and my true love will never meet again, On the bonnie bonnie banks of Loch Lomond.

Mit dieser Geschichte im Kopf und der Musik im Ohr, ist die Gegend rund um Loch Lomond noch schöner.

Hier noch ein Video mit dem Song im Hintergrund.


Lasst die Bilder auf euch wirken und hört euch auch die Version von John McDermott oder John Barrowman an.

Morgen kommt der letzte Teil unserer Reise und es geht nach Glasgow ...


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