"Remember me" in London - Tag 1

Hallo ihr Lieben,


ich sende euch viele liebe Grüße aus London. Mein Flug hierher ging schnell und unkompliziert. Eigentlich wollte ich am Flughafen noch einen Kaffee trinken, und ins Notizbuch schreiben, aber meinen ersten Kaffee hatte ich dann doch erst im Flugzeug.


Jetzt sitze ich in meinem kleinen Zimmer in Bethnal Green - über airbnb gefunden - und erzähle euch von meinem ersten Tag.

Mein erster Weg hat mich zum Büro von „Hamilton Ltd.“ also Johns Arbeitsplatz geführt. Oder besser gesagt zu dem Gebäude, dass ich mir während des Schreibens dafür ausgesucht habe. Nämlich ein Gebäude in der Swan Lane, genauer gesagt das Riverbank House


Ein kleiner Textschnipsel für euch:


Das Büro ist in einem modernen Neubau aus Glas und Stahl untergebracht. Neben unserer Firma gibt es dort eine kleine Privatbank, eine Medienagentur und eine Rechtsanwaltskanzlei. Ich betrete die steril wirkende Eingangshalle. Die Dame am Empfang guckt mich erwartungsvoll an. Was soll ich sagen?

»Guten Morgen, Sir. Zu wem möchten Sie?«

Ich fange schon wieder an zu schwitzen. Himmel, warum bin ich so nervös? Ich werde hier arbeiten! Mit einem leisen »Ping« öffnen sich die Aufzugtüren, und klackernde Schritte von Pumps sind zu hören.

»Ah, Mr Hamilton! Sie sind schon da.« Eine junge, gut aussehende Blondine kommt auf mich zu. Sie trägt einen kurzen schwarzen Rock, ihre langen Beine stecken in roten Pumps, und ihre weiße Bluse lässt ein üppiges Dekolleté erahnen. Die Bluse wird von einem ebenfalls roten Gürtel eng an ihre Taille gepresst.

»Oh. Entschuldigen Sie bitte, Mr Hamilton.« Die Empfangsdame wird rot und öffnet mit zittrigen Händen das Glastürchen neben den Drehkreuzen. Die Blondine kommt näher.

»Guten Morgen, Mr Hamilton. Mein Name ist Leigh George, ich bin Ihre Assistentin.«

Meine was? Hatte Dad auch eine so hübsche Assistentin?

»Guten Morgen.« Meine Stimme klingt immer noch unsicher. Ich räuspere mich und kann nicht anders, als sie zu mustern. Vielleicht ist dieser Job ja doch nicht so übel?

»Folgen Sie mir.« Sie drückt auf den Rufknopf des Aufzugs. »Haben Sie das neue Jahr gut angefangen?«

»Äh, … ja.« Sehr geistreich, Hamilton. Lass dir etwas Besseres einfallen. »Ja, danke. Ich habe mit meiner Schwester und ihrer Familie gefeiert.«

Meine Assistentin schenkt mir ein Lächeln und entblößt dabei eine Reihe strahlend weißer Zähne. Bestimmt kennt sie Ally und Jeff. Vielleicht auch die Zwillinge.

»Das freut mich.« Die Türen des Lifts öffnen sich lautlos. Ich lasse sie vorangehen. Sie drückt auf den Knopf zur dritten Etage. Na, Gott sei Dank nicht ganz oben. Ich habe furchtbare Höhenangst.

Um von seinem Appartement in den Docklands ins Büro zu fahren, fährt John zuerst mit der Jubilee Line von der Station Canary Warf bis zur Station London Bridge und von dort mit der Northern Line bis zur Station Monument.


Und jetzt kommen wir zu einer Stelle an der das Ganze bei google und auf der online Tube Map sehr einfach und logisch ausgesehen hat, ich aber heute feststellen musste, dass John besser an der London Bridge Station aussteigt und von dort über die Brücke zum Büro läuft. Das ist nämlich kürzer. Na ja Recherche vor Ort, bleibt eben Recherche vor Ort. Aber egal, so wie ich es geschrieben habe, funktioniert es ja auch - ist eben etwas umständlicher.



Wer mein Buch gelesen hat erinnert sich sicher auch an die Szene in der John seine Mutter aus dem Büro schmeißt und dann rausgeht, um mit Ryan zu telefonieren. Er geht dabei über die London Bridge und stellt sich im London Bridge Walk unter.


Textschnipsel:

Auf der London Bridge pfeift ein eisiger Wind, und ich muss an Amys Zittern denken, als wir auf dem Schiff waren. Wie sie sich an mich gekuschelt hat. Robyn will mir nicht sagen, was vor dem Unfall passiert ist. Wovor sie Angst hatte und ob sie vielleicht immer noch in Gefahr ist. Mein Trip nach New York hat nichts gebracht. Bis ich die Brücke überquert habe, bin ich komplett durchnässt. Ich gehe trotzdem weiter. Auf der anderen Seite gibt es einen überdachten Durchgang zum Millennium Pier. Ich fahre mir mit beiden Händen durch die Haare und wische mir das Regenwasser aus dem Gesicht. Wenn ich Robyn heirate, werden wir zwangsläufig wieder in der Presse erscheinen. Wird Pauly dann von uns erfahren? Wird er wissen, dass ich noch lebe? Werde ich sie und Amy damit vielleicht in Gefahr bringen? Ich bleibe stehen.

»Pass doch auf, Mann!« Ein Mann rempelt mich an. Er hebt fluchend die Hand. Ich nehme mein Handy aus der Tasche, um meinen besten Freund anzurufen.

»John? Was gibt es?«

»Hallo, Ry.« Ich lehne mich gegen die Wand.

»Alles in Ordnung, Kumpel?«

Ich seufzte genervt. »Nein.«

»Was ist passiert?«

»Ich hab Mum rausgeschmissen.«

»Warum?«

»Sie hat Robyn als Schlampe bezeichnet und gesagt, dass sie nicht zulassen wird, dass wir heiraten.«

»Was soll sie schon dagegen tun? Du bist erwachsen. Du kannst heiraten, wen du willst.«

Da hat er recht. Trotzdem will ich es mir mit meiner Familie nicht verscherzen. Ach verdammt. Ich trete genervt gegen eine am Boden liegende Dose.

»Was hast du jetzt vor?«, fragt Ryan dann.

»Ich will herausfinden, was vor dem Unfall passiert ist. Ich will wissen, ob Rob und Amy in Gefahr sind, wenn wir heiraten.«

»Häh, wieso? Dieser Club ist zu. Der Typ im Knast. Wer soll euch noch was wollen?«

»Keine Ahnung, Ry. Das ist es ja.«

»Und wen willst du fragen? Rob wird es dir sicher nicht sagen.«

»Nein.« Ein Schiff fährt vorbei, und ich verstehe seinen nächsten Satz nicht. »Was hast du gesagt?«

»Frag doch diesen Ben. Er kannte dich schließlich.« Das ist gar keine schlechte Idee. Ben hat gesagt, dass ich ihn jederzeit anrufen kann. Er wird mir bestimmt alles erzählen. Er war dabei, und er war bei Robyn, als sie fliehen musste. Ich drehe mich um.

»Danke, Ry.«

»Klar doch. Aber mach keine Dummheiten. Sonst muss ich wieder hinter dir herfliegen, und wir landen in einem Schneesturm.«

»Es ist April, Ryan.«

Er lacht. »Auch im April schneit es irgendwo auf der Welt.«

Als Nächstes bin ich dann in Richtung Innenstadt gefahren und wollte eigentlich zu Aston Martin in der Bond Street, aber irgendwie habe ich den Händler nicht mehr gefunden, deshalb versuche ich das morgen noch mal. aber eigentlich fährt John ja kein Auto mehr, deshalb ist das nicht so schlimm. Von der Marbel Arch Station – wo John und Brenda auf dem Weg ins Einkaufszentrum zum Kaffee trinken anhalten bin ich durch den Hyde Park zur Station Green Park gelaufen und von dort zum Piccadilly Circus gefahren.

Hier bin ich – mit hunderten Touristen – zum Leicester Square und nach Convent Garden gelaufen, um dort genau wie John & Robyn nach ihrem Sightseeing mit Amy etwas zu Essen.


Ein Textschnipsel für euch:


»Du fährst nicht mehr, oder? Ich sehe dich immer aus Richtung der U-Bahn kommen.« Obwohl es Dienstagvormittag ist, kommen wir zügig voran.

»Nein, ich kann nicht.«

In der Nähe der U-Bahn-Station Marbel Arch hält sie vor einem Coffeeshop und wendet mir ihr Gesicht zu.

»Warum nicht? Hast du noch Probleme mit deinen Verletzungen?«

»Nein.«

Sie legt ihre Hand auf mein Knie. »Ich spiele gern deine Chauffeurin, bis du wieder selbst fahren kannst. Aber vor der Besichtigung brauche ich eine leckere Latte, sonst halte ich das nicht aus.« Sie lacht und steigt aus.

»Warum? Ist es so schlimm?« Ich folge ihr zum Eingang und halte ihr die Tür auf. Sie lächelt.

»Danke schön.« Im Vorbeigehen achtet sie gezielt darauf, meine Hand zu berühren. »Nein, schlimm nicht, aber der Bauleiter ist ein ziemlicher Lüstling, deshalb bin ich froh, dass du dabei bist und mich beschützen kannst.« Sie beschützen? Vor einem schmierigen Bauleiter? Na super.

Auf dem Weg zurück nach Bethnal Green, hat sich mal wieder bestätigt, dass U-Bahnfahren in London (und wahrscheinlich jeder anderen Großstadt auch) Gruppenkuscheln für Fortgeschrittene ist.


Jetzt bin ich total müde und werde noch etwas ins Notizbuch schreiben, bevor ich mir überlege, was ich morgen alles besichtigen werde.


Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, eine gute Nacht.


Bis morgen!



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