Deleted Scenes aus Remember us - Erinnere dich an Liebe


Mein Weihnachtsgeschenk an euch dieses Jahr sind ein paar deleted Scenes die dem Überarbeitungsprozess oder dem Lektorat weichen mussten. Fangen wir an mit dem Besuch von Johns Eltern in New York. John und Robyn waren zu ihrem Geburtstag in Paris und über Weihnachten in Kanada. Jetzt sind die beiden wieder in New York und Robyn macht sich morgens auf den Weg zur Arbeit und unten vor dem Haus fährt eine ziemlich schicke Limousine vor ...



Ich antworte ihr, dass ich sie jetzt schon vermisse, und lege das Handy auf den Tisch, als es an der Tür klingelt. Meine Kaffeetasse stelle ich im Vorbeigehen auf der Frühstückstheke ab und gehe in den Flur. In der Hoffnung, dass Robyn vielleicht noch mal zurückkommt, öffne ich schwungvoll die Tür und gucke in das strahlende Gesicht meiner Mutter. Dad kommt gerade aus dem Aufzug. »Mum?« Ich kratze mich verwirrt am Kopf. »Dad?« »Hallo Schatz, wie geht es dir?« Sie umarmt mich und muss sich auf die Zehenspitzen stellen, um mir einen Kuss auf die Wange geben zu können, bevor sie an mir vorbei in die Wohnung marschiert. Nur gut, dass Robyn schon weg ist. »Äh gut. Was macht ihr hier?« Ich drehe mich zu Dad um, damit ich ihn auch begrüßen kann. »Hallo Dad.« »Schön dich zu sehen, mein Junge. Hast du Kaffee, der im Flugzeug war fürchterlich.« Er betritt die Wohnung und ich schließe die Tür. Verwirrt folge meinen Eltern in die Küche. »Was macht ihr hier?« Mum dreht sich zu mir um. »Na ja wir dachten, wir besuchen dich mal, weil du ja im November in Paris warst, aber für einen Abstecher nach London war wohl keine Zeit.« »Es war Robyns Geburtstag. Wir waren nur in Paris und sind sofort wieder zurückgeflogen.« »Ja, mit dem Privatjet. Wir haben die Rechnung gesehen.« Sie schüttelt tadelnd den Kopf. »Und Weihnachten hattest du auch keine Zeit, hm?« Dad klopft mir auf die Schulter. »Wo ist denn deine Freundin, ich will sie kennenlernen.« »Auf dem Weg ins Café. Ihr habt sie gerade verpasst.« Was wahrscheinlich auch besser so ist. »Ts.« Mum dreht sich zum Schrank um und greift zielstrebig nach zwei Tassen. Ich öffne die Box mit den Kaffeekapseln und lege eine in die Maschine. Dad guckt sich in der Wohnung um. »Du hast das Wohnzimmer umgeräumt?« »Ja.« Ich reiche meiner Mutter eine Tasse Kaffee und werfe die zweite Kapsel für Dad in die Maschine. »Sieht gut aus.« »Der Tisch steht so besser«, meint auch Mum und geht ins Wohnzimmer. Robyns Pullover hängt über der Lehne der Couch. Mum dreht sich wieder zu mir um, als ich Dad seinen Kaffee gebe. »Danke, mein Junge.« »Wie lange bleibt ihr?«, frage ich und nehme meinen eigenen Kaffee wieder in die Hand. Mum kommt zurück in die Küche. »Wir fliegen morgen weiter nach San Francisco und starten unsere Neujahrs Kreuzfahrt von dort. Deshalb dachten wir, dass wie unseren Sohn gerne noch mal sehen würden.« »Schön.« Ich nehme einen Schluck Kaffee. »Ich freu mich.« Sie grinst. »Wirklich?« »Na ja ihr hättet anrufen können, aber ja ich freu mich natürlich.« Sie berührt meinen Arm. »Schade, dass du Weihnachten nicht zu Hause warst.« Dad geht in den Flur und begutachtet die Wohnung. »Wir waren in Kanada zusammen mit Robyns bester Freundin und ihrem Verlobten.« »Aha.« Mum dreht sich um und guckt aus dem Fenster. »Meinst du es wird noch Schnee geben?« Ich zucke mit den Schultern. »Keine Ahnung. Von mir aus kann es auch wieder warm werden.« Dad kommt zurück und stellt seinen Kaffee ab. »Ich lasse unser Gepäck nach oben bringen und dann können wir irgendwo Mittagessen gehen, oder?« Ich runzele die Stirn. »Ihr wollt hier übernachten?« Dad grinst. »Wir stören euch nicht, aber ich will deine Freundin kennenlernen. Vielleicht gehen wir heute Abend zusammen essen?« »Robyn muss arbeiten.« Mum guckt mich an. »So wie immer.« »Das ist dir doch sowieso lieber.« Ich leere meine Tasse. »Um ehrlich zu sein, ja.« Dad verdreht die Augen. »Aber ich will sie kennenlernen.« »Ach Steve, du bist wie ein kleiner Junge. Du willst sie doch nur angaffen, wie alle anderen Männer in diesem Schmuddelclub.« »Das will ich gar nicht. Sie ist Johns Freundin.« Er guckt mich an. »Wie lange bist du jetzt mit ihr zusammen?« »Seit einem Jahr.« »Siehst du, Teresa. Schon ein Jahr. So lange war er noch nie mit einem Mädchen zusammen und deshalb wird es Zeit, dass wir sie kennenlernen.« Mum winkt ab. »Ach was. Sie ist eine Nutte, die sich ...« »Mum bitte. Hör auf.« Ich stelle meine Tasse etwas zu schwungvoll ab und der Kaffee schwappt über. »Robyn ist Studentin.« Mum guckt mich über den Rand ihrer Tasse hinweg an. »Ach? Dann arbeitet sie nicht mehr in diesem Club?« »Doch, aber nur noch bis sie ihr Studium abgeschlossen hat.« Dad stellt seine Tasse neben meine. »Ich bin sicher, dass sie ein ganz nettes Mädchen ist.« Mum nimmt einen Schluck Kaffee und ich greife nach einem Lappen, um die Pfütze neben meiner Tasse zu beseitigen. »Brenda wird übrigens nächstes Jahr heiraten.« »Aha.« Ich werfe den Lappen in die Spüle. »Sie wäre die ideale Frau für dich gewesen.« Ich gucke sie an. »Nein, das war sie nicht. Brenda und ich hatten nur ab und zu mal Spaß zusammen.« »Ach was.« »Lass ihn doch, Teresa.« Er guckt mich an. »Was haltet ihr von Mittagessen?« »Nein, ich will zuerst duschen. Kannst du unser Gepäck bringen lassen?« Dad geht in den Flur und greift zum Telefon, um am Empfang anzurufen. Ich beobachte meine Mutter, wie sie durch das Wohnzimmer geht und Robyns rote Socken auf dem Sofa mit einem Kopfschütteln betrachtet. Ich fahre mir mit beiden Händen durch die Haare. Dad kommt zurück. »Das Gepäck kommt gleich, dann kannst du duschen gehen und dann gehen wir Essen.« Mir bleibt auch nichts erspart. Ich nicke nur. Mum hat ihre Wohnungsbesichtigung beendet und stellt ihre Tasse ab, bevor sie meinen Arm berührt und dann meine Wange tätschelt, als wäre ich ein kleiner Junge. »Du könntest ganz andere Frauen haben, Schatz. Richtige Frauen.« Ich nehme ihre Hand. »Lass das Mum. Ich liebe Robyn und ich will einfach nur, dass du sie als meine Freundin akzeptierst.« »Das kann ich nicht.« Sie dreht sich um, weil sie Dad im Flur mit dem Pförtner gehört hat. Ich schließe kurz die Augen und zähle bis drei, bevor ich ihr folge. James nickt mir zu. »Hallo Mr. Hamilton.« »Hallo James.« Dad nimmt ihm den Koffer ab und trägt ihn ins Gästezimmer. Mum tippelt auf ihren Stöckelschuhen hinter ihm her. Ich verdrehe die Augen und James kichert leise. Er zwinkert mir zu und verschwindet dann wieder im Aufzug. Ich schließe die Tür und beobachte meine Eltern im Gästezimmer. »Handtücher sind im Regal hinter der Tür, Mum.« Ich deute mit einem Kopfnicken auf die Tür zum Gästebad. »Ich geh auch duschen.« »Danke Schatz.«

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Grinsend drehe ich mich wieder zu meinen Eltern. »Wo geht die Kreuzfahrt dieses mal hin?« Sie fahren jedes Jahr mit irgendeinem Schiff irgendwo hin. Normalerweise über Silvester. »Hawaii«, antwortet Mum mit einem freudigen Grinsen. Die Kellnerin bringt unsere Getränke und Dad guckt ihr hinterher, bis Mum ihm gegen den Arm boxt. Ich muss lachen. Dad sieht wieder mich an und zwinkert mir zu. »Wie geht’s Ally?«, frage ich dann. »Sie hat sich nicht mehr gemeldet seit ….« Seit ihrer Fehlgeburt ist meine Schwester irgendwie abgetaucht. »Ach, es geht. Sie macht jetzt eine Hormontherapie. Vielleicht klappt es ja dann.« »Warum will sie denn unbedingt Kinder? Vielleicht setzt sie sich und Jeff zu sehr unter Druck?« Mum winkt ab. »Das verstehst du nicht.« »Aha.« Ich lehne mich zurück und nehme einen Schluck Cola. »Wollt ihr Kinder?«, fragt Dad dann. Mum verschluckt sich an ihrem Drink und boxt ihm wieder gegen den Arm. »Steve!« »Was denn?« Er zuckt die Schultern. »Er ist über dreißig und er hat eine wunderhübsche Freundin, warum darf ich denn nicht wenigstens von ihm auf ein Enkelkind hoffen.« Mum schüttelt den Kopf. »Du bist unmöglich.« »Mach dir keine Gedanken, Mum. Das Thema Kinder hat für Robyn und mich noch keine Priorität. Sie macht bald ihren Abschluß und wird dann als Fotografin arbeiten. Alles andere wird sich ergeben.« »Wie du meinst.« Sie guckt mich nicht an, sondern wischt sich einen imaginären Fussel von der Bluse. Nach dem Mittagessen gehen wir durch den Park spazieren und trinken im Boathouse einen Kaffee, bevor Mum sich hinlegen will und Dad noch ein Meeting hat. Ich setze mich mit meinem Notebook auf die Couch und chatte mit Ryan in Barcelona. Er erzählt mir von unglaublich heißen Mädchen und einem erfolgreichen Shooting, dass er sich nachher noch mit einem der Models treffen wird und ich erinnere ihn an Emily in London, die letzte Woche seine aktuelle Flamme war. Als Mum aufsteht und ins Wohnzimmer kommt, frage ich ob sie zum Abendessen ausgehen wollen, oder ob wir etwas bestellen. »Bestellen klingt gut. dein Vater hat geschrieben, dass es später wird.« »Ok.« Ich klappe den Laptop zu und stehe auf, um den Lieferservice anzurufen. Mum schenkt sich in der Küche ein Glas Wasser ein. »Wie lange arbeitet deine Robyn denn heute?«, fragt sie dann. Ich lasse das Telefon wieder sinken und gucke sie an. »Keine Ahnung, sie wird erst morgen früh nach Hause kommen.« »Ist wohl ein sehr anstrengender Job?« Sie lehnt sich an die Frühstückstheke und lässt mich nicht aus den Augen. »Worauf willst du hinaus, Mum?« »Ach nichts, ich denke nur, dass sie ja seit heute Morgen schon arbeitet und erst morgen früh zurückkommt. Sie ist wohl sehr gefragt in dem was sie macht.« »Heute Morgen war sie im Café. Ihre Arbeit im Club fängt erst später an.« »Hm.« Sie nippt an ihrem Wasser. Ich verzichte darauf, eine Antwort abzugeben, und wähle stattdessen die Nummer des asiatischen Lieferservice.

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»Gehst du aus?«, fragt Mum, als sie nach dem Essen mit einem Glas Wein auf der Couch sitzt und sich durch das Fernsehprogramm zappt. »Ja, ich treff mich mit zwei Kumpels und werde dann bei Robyn übernachten.« Mum guckt mich überrascht an. »Ach? Sie wohnt gar nicht hier?« Ich greife nach meinen Schlüsseln auf dem Tisch und stecke mein Handy ein. »Nein, sie wohnt mit ihrer Freundin in einer WG.« Ich beuge mich zu ihr; um ihr einen Kuss auf die Wange zu geben. »Wir sehen uns morgen, Mum.«

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»Hi Charly!« Ich begrüße Robyns Freundin mit einem Küsschen auf die Wange und sie lässt mich in die Wohnung. »Hi. Na so schlimm?« »Schlimmer. Die ganze Zeit über spricht sie abwertend über Robyn und ihren Job im Club. Sie will noch nicht mal einsehen, dass sie bald ihren Abschluss hat und dann Fotografin ist.« Seufzend lasse ich mich auf das Sofa fallen. Charly geht in die Küche. »Willst du Wein?« »Lieber Bier, wenn du hast.« Sie öffnet den Kühlschrank und kommt dann mit zwei Flaschen Bier zurück. »Ben ist noch im Theater.« Ich drehe den Verschluss auf und gucke sie an. »Du musst mich nicht beschäftigen, wenn du zu tun hast, kann ich auch in Robyns Zimmer warten.« Sie winkt ab. »Ach was, eine Pause tut ganz gut und es läuft dieser Film mit den Surfern.« Sie angelt nach der Fernbedienung und schaltet den Fernseher ein. »Kannst du surfen?«, fragt sie dann. Ich nehme einen Schluck Bier. »Ja, ich habs mal probiert, aber ich bin nicht so gut.« »Ich würde es gerne mal ausprobieren.« Sie lehnt sich zurück und zieht ihre Beine an. »Vielleicht können wir ja mal zusammen in die Sonne fahren?« »Klar. Ich wollte Robyn dieses Jahr mal auf die Jacht meines Kumpels mitnehmen.« »Jacht klingt toll.« Charly nippt an ihrem Bier und widmet sich dann dem Film.

Wer von euch hat das Buch schon gelesen und weiß, wo diese Szene reinpasst? Welche Sichtweise gefällt euch besser? John oder Robyn? Ich freue mich auf eure Kommentare.


Übermorgen gibt es eine weitere Szene, die es nicht ins Buch geschafft hat...

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