Deleted Scenes aus Remember us - Erinnere dich an Liebe


Ich habe euch ja noch eine weitere Szene versprochen, die es - zumindest in dieser Form - nicht in die endgültige Fassung von Remember us - Erinnere dich an Liebe geschafft hat. Am Anfang hatte ich nämlich das Gespräch zwischen John, Ryan und Ben, dass jetzt nur im Prolog zu finden ist, immer wieder in kleine Szenen dazwischen gepackt und Ryan Johns Erzählungen immer wieder mit Fragen unterbrechen lassen. feelings war allerdings der Meinung, dass diese Zeitsprünge zwischen der Geschichte die John erzählt und die wir mit ihm erleben, und den Gesprächen auf der Terrasse, euch Leser verwirren könnten und ich sie lieber löschen sollte. Am Anfang dachte ich, das sei Quatsch und meine Leser sind damit nicht überfordert sind, aber weil ich ja noch am Anfang stehe und mich gerne beraten lasse (ob ich es dann annehme, ist ja immer noch meine Sache), habe ich diese "Zwischenszenen" gelöscht und dann die Lücken mit anderen Sachen aus Johns Erinnerung aufgefüllt. Bei diesem Löschen musste zuerst auch die Szene in der John Robyn nach Paris entführt weichen, aber die habe ich im Lektorat dann trotzdem wieder reingenommen und John davon träumen lassen.


Diese Szene hier ist, wie schon gesagt, zum Teil wieder reingewandert, weil John sich durch diese bestimmte Aussage von Ryan ja auf einmal erinnern kann, aber sie ist eben jetzt an anderer Stelle, aber wenn ihr das Buch schon gelesen habt, wisst ihr auch wo diese Zwischenszene ursprünglich reinpassen sollte ...


Zwillinge?


Schottland, 11. Mai 2013 – drei Uhr morgens


»Hast du es geschafft?«, fragt Ryan, und steckt sich eine weitere Zigarette an. Ich lehne mich zurück.

»Was? Sie nicht zu vermissen oder nicht eifersüchtig zu sein?«

Er nimmt einen genüsslichen Zug. »Ja, zum Beispiel. Wie hast du dich abgelenkt?«

»Die Jungs und ich waren feiern.«

»Und weiter?« Ryan legt seine Füße auf das Geländer zum Strand. »Wann hast du sie wiedergesehen?«

»Sonntag, wie versprochen, aber bis dahin war es ein harter Weg mit viel Alkohol und auch vielen eindeutigen Angeboten.«

»Andere Frauen?«

Ich nicke und stehe auf. »Ja. Die Jungs wollten unbedingt Frauen abschleppen, aber irgendwie wollten alle nur zu mir.«

»Du kannst einem aber wirklich leidtun.« Er klopft sich lachend auf die Schenkel und ich gehe ins Haus, um zur Toilette zu gehen. Hinter der Treppe und neben der Haustür ist eine kleine Gästetoilette. Ich lasse meine Schlafanzughose nach unten sinken und klappe den Deckel der Toilette nach oben. Jedes Mal wenn ich pinkeln gehe, muss ich an Amys verdutztes Gesicht denken, als wir letztes Jahr auf der City Farm waren und sie zum ersten Mal gesehen hat, dass Männer im Stehen pinkeln. Ich bin schon auf Robyns Gesicht gespannt, wenn sie erfährt, dass ich mich erinnern kann. An alles. Zurück auf der Terrasse hat Ben sich gerade einen Tee geholt und setzt sich wieder auf seinen Platz. Ich beobachte meine Freunde. Es ist schon nach drei und langsam wird es über dem Meer schon wieder hell. Keiner von uns will ins Bett gehen. Die Jungs wollen wissen, an was ich mich erinnern kann und wie es mit Robyn und mir weitergegangen ist. Und ich will es erzählen. Ryan guckt mich erwartungsvoll an.

»Alter jetzt erzähl schon.« Er streckt sich nach seinen Zigaretten. Ben grinst durch den aus seiner Tasse aufsteigenden Dampf.

»Du rauchst zu viel.« Ich nehme das Päckchen an mich, bevor er es erreichen kann.

»Ja, ich weiß, ich muss es ausnutzen so lange ich noch kann.« Grinsend hält er seine Hand auf. »Gib her!«

»Nein.« Ich stecke die Kippen in die Tasche meiner Sweatjacke. »Ach Mann.« Ryan steht auf. »Komm schon, gib sie her.«

»Nein.« Ich drehe mich um. Ryan tänzelt hinter mir wie ein Boxer.

»Jetzt mach schon, Alter.«

Ich drehe mich wieder um und trete zur Seite. »Warum? Du weißt, dass du zu viel rauchst und du weißt, dass du eigentlich aufhören solltest auch. Also.«

»Was also?« Er guckt mich fragend an.

»Fang an damit.«

»Mit was?«

»Na mit dem Aufhören.«

Er lässt sich in seinen Stuhl fallen. »Das muss ich noch früh genug.« Schmollend verschränkt er die Arme vor der Brust. Ich gucke zu Ben und dann zurück zu Ryan.

»Wie meinst du das?« Er weicht meinem Blick aus. Mein Freund verheimlicht mir irgendwas. »Ryan Cooper, wie meinst du das?«

Er hebt den Blick. »Ach nichts, vergiss es.« Jetzt steht er wieder auf und greift in meine Tasche. »Nur eine noch, bitte. Leigh bringt mich um.«

Er öffnet die Packung und angelt eine Zigarette heraus, bevor er das Feuerzeug auf dem Tisch nimmt. Ich lasse ihn nicht aus den Augen.

»Leigh kann es nicht leiden, wenn du rauchst, warum hörst du dann nicht auf?«

Er nimmt einen Zug. »Werde ich ja.«

Ich verschränke die Arme. »Wann?«

»Nach diesem Urlaub, wenn Leigh bei mir einzieht und wir das Kinderzimmer einrichten.«

Ich werfe Ben einen Blick zu. Er grinst. Er hat es auch gehört.

»Du willst mir jetzt aber nicht sagen, dass du meine Assistentin geschwängert hast und ich bald ohne sie arbeiten muss?«

Ryan grinst. »Doch habe ich.«

»Echt jetzt?«

Er nickt und nimmt einen tiefen Zug aus seiner Zigarette. »Ich hab ihr versprochen, dass ich aufhöre, wenn wir wieder zu Hause sind, damit sie bei mir einziehen kann. Ein Baby in einer WG ist halt schlecht und zwei erst recht.«

Ich hatte gerade die Arme ausgebreitet, um ihn zu umarmen, muss aber kurz innehalten. »Zwei?«

Ryan nickt und zuckt mit den Schultern. »Einfach kann ja jeder.«

»Boah Cooper, komm her!« Ich ziehe ihn in einer Umarmung. »Du wirst Daddy!«

»Zweimal«, murmelt er.

Auch Ben steht auf, um ihn zu umarmen. »Herzlichen Glückwunsch Mann, wann ist es soweit?«

»Oktober!« Ryan grinst stolz. »Leigh wollte es noch geheim halten, weil wir ja schließlich für eure Hochzeit hier sind, aber sie hat schon einen kleinen Bauch und versucht ihn zu verstecken, wenn sie ins Büro fährt.«

»Zwillinge?« Ich bin immer noch sprachlos.

»Ja. Wir waren vor dem Urlaub bei einer Untersuchung und die Ärztin hat uns den Herzschlag hören lassen. Alter, ich sag dir, dass ist geil und dann hat sie gesagt, es sind zwei. Leigh hat geweint und ich hab gedacht, die wollen mich verarschen, aber dann hat sie mir die unterschiedlichen Töne erklärt und mir die weißen Blasen auf dem Bildschirm gezeigt. Es ist der Hammer!«

Ich umarme ihn wieder. »Herzlichen Glückwunsch!«

Er grinst immer noch und setzt sich wieder in seinen Stuhl. »Wann hast du von Amy erfahren?«, fragt er nach einem weiteren Zug an seiner Kippe.

»Wenn ich der Reihe nach erzählen soll, wird das noch dauern.« Grinsend setze ich mich wieder neben Ben. »Aber es war toll.«

»Ok, dann erzähl weiter. Wie haben dich deine Jungs abgelenkt?«


Und jetzt wünsche ich euch Frohe Weihnachten und freue mich, auf eure Meinungen zu den deleted scenes und natürlich auch dem Buch.

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