"Remember me" in London - Tag 2

Hallo aus London!


Der zweite Tag meiner „Remember me“ Tour beginnt mit der typischen Rushhour in der Tube. Nachdem ich zehn Minuten am Gleis gewartet habe, bin ich wieder nach oben gegangen und habe mir erst mal einen Kaffee geholt. Die Damen im Starbucks waren so nett mir zu erklären mit welchem Bus ich in die Nähe meines heutigen Ziels (Notting Hill) komme, also bin ich anstatt mit der übervollen Tube mit dem Bus 8 in Richtung Tottenham Court gefahren. Mit der Tube wären es fünf Stationen gewesen. Mit dem Bus eine halbe Ewigkeit, eben weil natürlich auch auf den Straßen Rushhour herrscht und selbst die Busse nicht durchkommen.

Insgesamt hat die Fahrt fast eine Stunde gedauert, und dann auch noch eine Station vor Tottenham Court aufgehört. Den Rest bin ich dann gelaufen und von dort mit einer wieder leeren Tube zum Notting Hill Gate gefahren.

Weil ich bei jedem meiner London Besuche den Flohmarkt auf der Portobello Road besuche, kann ich schon fast sagen, dass ich mich hier auskenne und weil ich wusste, wo ich hin will, konnte ich die Touristen überholen. Mein erster Stop ist hier jedes Mal Mikes Café in einer Seitenstraße zur Portobello, gegenüber des Buchladens aus dem Film mit Julia Roberts und Hugh Grant. Nachdem ich mich mit einem leckeren Frühstück gestärkt habe, ging´s zum „Haus mit der blauen Tür“ auch aus dem Film "Notting Hill" und aus Kapitel 48 in „Remember me“.


Ein Schnipsel für euch


»Okay, was gucken wir jetzt an?«, fragt Charly, als sie zurückkommt.

Ich lehne mich zu Robyn, um von ihrem Eis zu probieren.

»Hey, du hast dein eigenes.«

»Hm, auch lecker.« Ich halte ihr mein Schokoeis hin. Sie verdreht die Augen, probiert aber trotzdem.

»Robyn hat mir geschrieben, dass ich ihr versprochen habe, ihr das Haus mit der blauen Tür zu zeigen.«

Robyn strahlt. »Aus Notting Hill? Oh ja.«

»Aber ihr wisst schon, dass der Film …« Ich werfe Ben einen Blick zu, und er grinst schulterzuckend. »Okay.«

Wir steigen in die Piccadilly Line ein, und Amy verschläft die Fahrt und den Umstieg in die Central Line. Die Frauen finden Sitzplätze, während ich mit Amys Kinderwagen, Ben und Ryan an der Tür stehen bleibe. Eine halbe Stunde später wacht Amy auf, als wir über die wohl berühmteste Flohmarktstraße der Welt schlendern. Charly und Robyn probieren bunte Hüte an, während Ryan bei den alten Kameras stehen bleibt. Amy will aussteigen und Leigh helfen, Coco festzuhalten. Ben betrachtet alte Filmplakate und hält das von Notting Hill in die Höhe.

»Baby, guck. Ich habe die blaue Tür gefunden.« Charly grinst.

»Das will ich haben, das passt super in die Küche.«

Ben seufzt und handelt mit dem Verkäufer aus, dass er ein weiteres Plakat, von James Bond, zum halben Preis bekommt. Robyn nimmt meine Hand.

»Und wo ist jetzt das Haus?«

»Da.« Ich deute in eine Seitenstraße.

»So klein? Im Film sieht es größer aus.«

»Der Buchladen ist da unten, aber der Film wurde nicht dort gedreht.«

»Wurde er nicht?« Charly kommt mit dem Plakat unter dem Arm zu uns. Ben legt seinen Arm um sie.

»Nein, der Film wurde im Studio in Los Angeles gedreht. Das Haus mit der blauen Tür und der Buchladen haben nur für die Außenszenen Modell gestanden.«

»Schade.« Robyn nimmt ihre Kamera. »Fotografieren will ich ihn trotzdem.«


Es ist schon witzig, wie die Touristen sich vor jeder - wirklich jeder - blauen Tür fotografieren lassen, aber das hier auf dem Bild (oben) ist die echte. Eine kleine Annekdote, vielleicht. ZUm Zeitpunkt der Dreharbeiten, hat in diesem Haus der Regisseur von "Notting Hill" Tony Curtis gewohnt, danach wurde das Haus verkauft und die neuen Besitzer haben die Tür grau gestrichen. Wegen der vielen Touristen ist sie aber mittlerweile wieder blau.

Wer den Film gesehen hat, erinnert sich sicher auch an die Szene in der William (Hugh Grant) Anna (Julia Roberts) anrempelt und ihr Orangensaft über das T-Shirt kippt.


Das war hier (auch denn der Coffeeshop mittlerweile eine Kette ist):


Nach dem Frühstück und einem kurzen Spaziergang über die Portobello bin ich zurück zum Notting Hill Gate und von dort mit der U-Bahn zur Station St. Jame´s Park. Hier pilgern alle in Richtung Buckingham Palace und ich habe meinen zweiten „Auftrag“ für diese Reise erfüllt und ein Foto mit dem Buch „Capriolen“ von Barbara Hauck vor dem Palast gemacht. Das Buch stammt aus dem BOOY-VERLAG von der lieben Beatrix van Ooyen die extra für mich die "virtuelle Buchmesse" ins Leben gerufen hat.



Dann hat es zwar angefangen zu regnen, aber ich bin trotzdem weitergezogen und über den St. Jame´s Park zur Parliament Street und der Westminster Bridge. Die benutzen John und Robyn zum Beispiel im Kapitel 40 nach dem Besuch des Aquariums.


Noch ein Schnipsel


»Ui, Mommy, guck, das Riesenrad!« Amy zeigt auf die großen Glaszylinder, die sich an dem riesigen Monster bewegen. Ich kann nicht nach oben sehen.

»Ja, Schatz. Aber da waren wir gestern. Heute gehen wir zu den Fischen.« Robyn drückt meine Hand. Wir betreten das historische Gebäude des London City Council, und Amys Augen werden immer größer. Schon hier, zwischen all den Pappaufstellern und Bildschirmen, kann sich sie sich nicht sattsehen. Ich kaufe zwei Tickets, weil Amy mit ihren zwei Jahren noch umsonst reindarf. Robyn fotografiert uns im Hai-Tunnel und dann Amy, die in einem extra angelegten Becken kleine Seesterne und Muscheln anfassen darf. Mit großen Augen steht sie an dem riesigen Tank und beobachtet die vorbeiziehenden Fische. Ich lege meinen Arm um Robyn. So müsste es immer sein. Wir als Familie. Ich platziere einen Kuss auf ihrer Stirn. Robyn spricht ein älteres Ehepaar an und bittet sie, uns zusammen zu fotografieren. Amy entdeckt Nemo und Dorie. Ich bin komplett überfordert und beschließe, ab sofort mehr Kinderfilme anzugucken. Am Ausgang kaufen wir das Foto, das man beim Betreten des Aquariums von uns gemacht hat, und für Amy einen Stoffnemo.

»Habt ihr Hunger?«, frage ich, als ich Amy am Ausgang wieder in den Kinderwagen setze. Robyn fotografiert noch einmal das Gebäude und das Riesenrad, bevor wir über die Westminster Bridge in Richtung Big Ben schlendern. Von der Westminster Station fahren wir mit der U-Bahn zum Piccadilly Circus und laufen dann bis zum Leicester Square. Sogar das Wetter spielt bei unserem Familienausflug mit, und die Sonne lugt durch die Wolken. In einem kleinen italienischen Restaurant essen wir Pizza, und auf dem Weg zum Covent Garden schläft Amy ein. Wir spazieren über die Theatermeile im Westend, und Robyn fotografiert mich, als ich vor einem Juwelier stehen bleibe, um mir die neusten Uhren anzusehen.

Entlang der Themse und zurück über die Millennium Bridge bin ich dann zurück in mein kleines Zimmer gefahren, um mich für mein Treffen mit meiner lieben Freundin Terri fertig zu machen. Terri kommt aus Südafrika und wir haben uns in New York während unseres Au Pair Jahres kennengelernt. Von ihr habe ich die Hintergrundinfos zu meiner Schutzengel Geschichte, außerdem hat ihre Schwester Robyn, meiner weiblichen Hauptperson ihren Vornamen geliehen. Terri hat früher – genauer gesagt, als wir uns 2011 zuletzt gesehen haben – für Lady Hamilton gearbeitet. Ihr seht schon, ich bekomme meine Inspiration von überall.


Schnipseltime


Wir stoßen an. Ich lehne mich zu ihr herüber. »Du schaffst das. Komm. Wir werden den Premierminister begrüßen. Seine Frau fotografiert übrigens gern.« Ich führe sie durch die Menge auf den Minister zu. »Das dort ist Lady Ashcroft, eine sehr biestige, aber sehr reiche alte Dame. Sie wird von gleich zwei jungen Mädchen betreut, die bei ihr leben und Tag und Nacht für sie da sind.« Ich gucke mich weiter im Raum um. Der Sänger einer Band, dessen Tochter an Blutkrebs erkrankt ist, ist ebenfalls hier.

»Ist das …« Robyn senkt ihren Blick, als wir an einem dunkelhaarigen Schauspieler vorbeigehen. Er schenkt ihr ein bewunderndes Lächeln, und ich weiß ganz genau, dass er ihr hinterherstarren wird. Besitzergreifend lege ich meine Hand auf ihren Hintern.

»Ja, genau der ist es.« Robyn kichert leise.

»Aber ich muss nicht vor der Königin knicksen, oder?«

»Nein, aber ihre Enkelin könnte hier sein, sie setzt sich sehr für wohltätige Zwecke ein.«

»Mr Hamilton, wie schön, dass Sie Ihre Mutter bei diesem großartigen Projekt unterstützen.« Eine Dame aus Mums Frauengruppe streckt mir ihre Hand entgegen.

»Lady Howards, wie schön.« Ich nehme ihre Hand, um sie standesgemäß zu begrüßen, und stelle ihr dann Robyn als meine Verlobte vor. Sie mustert Robyn einen kurzen Augenblick und nickt ihr dann zu, ohne ein Wort zu sagen.

»Wenn du die Damen mit Lady ansprichst, sind sie dann adelig?«, flüstert Robyn mir zu, als wir die Bar erreicht haben und ich ihr ein weiteres Glas Saft reiche. Der Premierminister ist in der Menge untergetaucht.

»Einige ja, manche haben nur Glück gehabt und einen ziemlich reichen Mann und seinen Titel geheiratet.« Sie sieht sich im Raum um.

»Was meinst du, wie viel Geld wird heute Abend gespendet?«

»Keine Ahnung. Einige Millionen dürften es schon werden.«

»Und die gehen alle an das Krankenhaus?«

»Ja, und an die Stiftung. Darauf wird Mum schon achten.« Ich stoße mit meinem Glas gegen ihres und beuge mich zu ihr. »Mum ist übrigens auch eine Lady, aber sie legt keinen großen Wert auf diesen Titel.«

Robyn verschluckt sich und fängt an zu husten. »Deine Familie ist adelig?«

»Nein, nur die von Mum. Sie hat sich gegen den Willen ihres Vaters, dem Earl von Wellington, mit Dad verlobt.«

»Ach.« Sie guckt mich überrascht an.

»Ja, auch meine Mutter hat sich in jemanden verliebt, den sie eigentlich nicht hätte lieben dürfen.«


Morgen ist meine Zeit allein in London schon wieder vorbei, denn meine Freundin und Testleserin Mareike kommt an. Wir ziehen dann ins Hotel um und werden uns die Stadt noch ein bisschen zusammen ansehen. Vielleicht schaffe ich es morgen Vormittag noch zur Vauxhall City Farm, aber da ich zuerst mein Gepäck ins Hotel bringen muss, bin ich mir mit der Zeit nicht so ganz sicher. Rushhour und so ...


Wir werden sehen. Bis morgen also!





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