"Remember me" in London - Tag 3

Hello from the "splash zone" (so nennt es unser Guide von der Tour, die wir heute Nachmittag machen werden).


Hier also der nächste Versuch aus der Hotel Lobby des wohl zweitschlechtesten Hotel in dem Mareike und ich jemals waren, aber dazu später mehr. Ich muss zugeben, dass ich gestern sehr wenig zu meinem „Remember me“ Reisebericht gemacht habe, und das hat zwei Gründe. Zuerst, weil ich heute mein kleines süßes Zimmer in Bethnal Green verlassen habe (wäre ich mal dort geblieben) und in ein (wie ich jetzt weiß grottiges) Hotel umgezogen bin und weil heute meine Freundin und Testleserin Mareike angekommen ist.


Auf dem Weg ins Hotel habe ich noch in Bethnal Green gefrühstückt und bin dann nach Kings Cross gefahren. Hier angekommen hat es aus Kübeln geschüttet und bis ich das Hotel gefunden hatte, war ich komplett nass. Leider konnte ich noch nicht ins Zimmer, um mich trocken zu legen, deshalb habe ich nur den größten Regenguss abgewartet und bin dann zurück nach Kings Cross, um dort auf Mareike zu warten. Eine Gruppe von Touristen stand vor einer Mauer mit der Aufschrift „Plattform 9 ¾“ ... ich frag mich, was die da wohl gemacht haben.


Mehr zur Harry Potter Walking Tour in einem extra Blog.










Nachdem Mareike dann angekommen ist und wir – jetzt wieder im Trocknen – zum Hotel gekommen sind, konnte ich meine Sachen zum Trocknen aufhängen. Leider ist auch mein Buch, meine Flyer, sämtliche Lesezeichen und alles andere was ich im Rucksack hatte nass geworden ... aber egal. That´s London!


Danach sind wir – weil es mittlerweile schon Nachmittags war – mit der Tube zur London Bridge gefahren. Dann konnte ich Mareike auch noch mal das Büro von „Hamilton Ltd.“ zeigen, bevor wir vom „Monument“ zum „Tower Hill“ gefahren sind. Denn auch der Tower spielt ja eine Rolle in „Remember me“, deshalb durfte natürlich auch hier ein Bild nicht fehlen.


Und hier der Tower Schnipsel für euch

Wir nehmen ein Taxi zum Tower Hill und betreten die Burg durch den Nachteingang, nachdem wir und Robyns Handtasche kontrolliert worden sind. Widerwillig lässt sie ihre Kamera bei den Sicherheitsleuten. Hand in Hand schlendern wir durch den Torbogen und stehen schon bald in einer Traube von Menschen, die einem der Touristenführer aufmerksam zuhören. Ich lege meine Arme um sie und stütze mein Kinn auf ihrer Schulter ab. Sie lehnt sich an mich. Ihr Duft nach Rosen und Vanille steigt mir in die Nase. Meine Hände gleiten zu ihrem Bauch. Robyn legt ihre Hände auf meine und kuschelt sich an mich. Sie dreht ihren Kopf zur Seite.

»Bald, Babe.« Grinsend platziere ich einen sanften Kuss auf ihrem Hals. Der Führer erzählt etwas über die Geschichte der Burg und dass sie für viele nur als Gefängnis und Hinrichtungsstätte bekannt ist, aber dass hier tatsächlich einmal Könige gelebt haben. Der Tower war schon fast alles, von Waffenkammer und Werkstatt über Lager und Zoo, Garnison und Museum, Münzprägestätte, Archiv und Hinrichtungsstätte. Heute werden hier über dreiundzwanzigtausendfünfhundert Juwelen im Wert von mehr als zwanzig Billionen Pfund aufbewahrt. Im letzten Jahr war der Tower Englands meistbesuchte Attraktion. Es ist kurz vor zehn Uhr abends, und wir sehen, wie der Chief Yeoman Warden in seiner leuchtend roten Uniformjacke sein Quartier im Byward Tower verlässt. Wie schon seit fast hundert Jahren trägt er eine Laterne und den Schlüssel zum Tower in der Hand. Robyn kichert leise. Seine Schritte hallen über die Pflastersteine, und die Gruppe folgt ihm in gebührendem Abstand. Am Übergang zum äußeren Festungsring, am Bloody Tower, trifft er eine Abkommandierung von Soldaten, die genauso leuchtend rote Jacketts tragen und ihn eskortieren. Theatralisch nimmt ihm einer der Soldaten die Laterne ab. Nacheinander schließt der Chief die Tore am Middle Tower und Byward Tower ab. Die Wachtposten an den jeweiligen Toren präsentieren ihm ihre Waffen. Danach kehrt die Gruppe zum Bloody Tower zurück, wo ihn ein Mann der Wache auffordert, sich zu erkennen zu geben.

»Halt! Wer kommt dort?«, ruft er.

»Die Schlüssel«, antwortet der Chief Yeoman Warden. Robyn prustet.

»Wessen Schlüssel?«

»Die Schlüssel der Königin.«

»Passiert, Schlüssel der Königin. Alles ist in Ordnung.«

Robyn dreht sich zu mir um und versteckt ihren Kopf an meinem Hals. Ihr Körper bebt vor Lachen. Ich senke meinen Blick und muss ebenfalls grinsen. Unser Gruppenführer wirft mir einen bösen Blick zu. Die anderen Touristen sind schwer beeindruckt, als der Führer in strengem Ton fortfährt und erklärt, dass diese Zeremonie jeden Abend gleich abläuft, immer die gleichen Worte gesprochen würden, und das schon seit der Zeit der Tudors. Unsere kleine Gruppe folgt den Soldaten in den inneren Festungsring. Dort ist die gesamte Wache des Towers angetreten und salutiert. Als der Chief Yeoman Warden vortritt, seinen Hut lüftet und »Gott schütze Königin Elisabeth«, ruft, kann Robyn sich nicht mehr halten, wendet sich lachend ab. Ich laufe ihr hinterher. Das »Amen« der Palastwache hören wir nicht mehr, weil wir uns einige Schritte von der Führung entfernt vor Lachen schütteln.


Ich würde mir diese Führung ja wirklich gerne selbst mal ansehen, um herauszufinden, ob es wirklich so lustig ist ... aber die Tickets sind (obwohl oder gerade weil sie kostenlos sind), bis nächstes Jahr Mai!!! ausgebucht. Und leider kenne ich niemanden wie John´s Dad Steve.

Mittlerweile hatten wir beide Hunger, und weil wir beide Lust auf Pizza bzw. Nudeln hatte, gab es nur eine Wahl. „Alfornos“ in Wimbledon. Eine ziemlich lange Fahrt, aber immer wieder perfekt. Wir gehen hier – genau wie zu Mike´s Café – jedes Mal hin, wenn wir in der Stadt sind. Warum habe ich eigentlich keine Szene im Alfornos geschrieben? Komisch? Na ja muss wohl daran liegen, dass Wimbledon so weit weg von der Innenstadt ist und es hier wirklich genügend Restaurants gibt in die John seine Freundin ausführen kann. Aber Leigh – John´s Assistentin und Freundin von seinem besten Freunds – lebt ja dort, und sie bekommt – zusammen mit Ryan – noch ihre eigene Geschichte (oder eine Sidestory), da könnte ich die beiden mal zu „Alfornos“ schicken ... Mal sehen.


So, und weil ich heute „nur“ den Tower fotografiert habe, hier noch ein Zufalls-Schnipsel – ausgesucht durch Mareike – für euch.


»Setz dich.«

Ich setze mich neben sie und greife nach ihrer Hand, um einen vorsichtigen Kuss auf ihr Handgelenk zu drücken. Mein Blick fällt auf das kleine Tattoo auf der Innenseite. Zwei ineinander verschlungene Herzen. Erstaunt sehe ich sie an.

»Was ist denn?« Ich lege ihre Hand wieder auf den Tisch und löse das schwarze Lederarmband um mein rechtes Handgelenk. Zwei ineinander verschlungene Herzen.

»Ich frage mich seit über einem Jahr, nach welcher durchzechten Nacht ich das gemacht habe.«

Robyn fängt an zu lachen. »Oh, ich glaube, wir waren beide sehr nüchtern, als wir es haben stechen lassen.«

Ich nehme ihre Hand wieder in meine. »Wirklich? Wann?«

»Nach dem Urlaub in der Karibik, als ich dir von Amy erzählt habe.« Sie berührt mein Handgelenk. »Deines ist das Spiegelbild von meinem. Siehst du?« Die beiden Tattoos gegenüber ergeben das perfekte Spiegelbild. »Wir wollten es immer um ein drittes Herz erweitern, wenn Amy da ist.«

»Dann sollten wir das unbedingt nachholen.«

Sie lächelt sanft. »Ja.«

Ich betrachte mein Tattoo, über das Ryan schon gescherzt hatte, ich hätte es vielleicht als Wettschulden stechen lassen. Dabei wette ich eigentlich nicht. Im Krankenhaus hatte eine der Pflegerinnen einmal gesagt, dass ich das Gegenstück zu meinem Tattoo bestimmt wiederfinden würde. Ich gucke sie an. Jetzt habe ich es gefunden.

Ok und jetzt noch ganz kurz zu unserem Hotel. Gefunden hatte ich das Swinton Hotel über booking.com und die Bilder sind - eigentlich - ganz ok. Eigentlich braucht man ja in einer Stadt wie London nur einen Platz zum Schlafen, und das die meisten günstigen Hotels alt, abgewohnt und schmuddeliger als bei uns in Deutschland sind, war ja von Anfang an klar. Aber ... es sollte sauber sein. Das hier ist sicher nur sehr (sehr) oberflächlich sauber gemacht worden. Da möchte ich nicht näher drauf eingehen. Das Zimmer ist außerdem so dermaßen klein, dass wir über unsere Koffer steigen müssen, um uns zu bewegen. Der Knopf der Klospülung hüpft jedesmal raus, wenn man ihn drückt und übrig bleibt eine Feder. Die Wände sind vermutlich vor zwanzig Jahren das letzte Mal gestrichen worden (genauso alt ist auch das Telefon, das an der Wand hängt - aber immerhin hat es Knöpfe und keine Wählscheibe. Über den Betten hängt ein winziger Röhrenfernseher, der schon ganz braun an der Seite ist und die Betten sind so schmal, dass man beim Umdrehen aufpassen muss, nicht wieder rauszupurzeln. Die Betten quietschen außerdem noch vom allerfeinsten und die Rückenlehne ist schief und so wackelig, dass man sich besser nicht anlehnt. Die WiFi Verbindung ist genauso - wie ihr ja schon gemerkt habt - unter aller Kanone und die Lautstärke mit der man hier alles - wirklich alles - hört ist fürchterlich. Im Flur knallt die Zwischentür bei jedem Öffnen/Schließen dreimal, jeden Schritt, jedes Wort und sogar das Schnarchen aus dem Nachbarzimmer hört man. Vom Straßenverkehr und sogar der Tube unter uns mal ganz abgesehen. Alles in Allem wie bereits gesagt, dass zweitschlechteste Hotel, in dem wir jemals gemeinsam waren. Absolut NICHT ZU EMPFEHLEN! Für einen Preis von 72,- Pfund pro Nacht habe ich schon besser geschlafen.


Wir wollen jetzt mal sehen, ob wir evtl. das Geld zurück bekommen, wenn wir früher abreisen und uns etwas anderes suchen, denn das hier ist eine echte Vollkatastrophe. Drückt uns die Daumen! ---> UPDATE: Wir haben das Hotel gewechselt, allerdings nur eine Nacht Rückerstattung gekommen. Aber egal. Jetzt sind wir im Point A Hotel in Canary Wharf,also ganz in der Nähe von John, und das ist soo viel besser.



Jetzt werden wir noch was zum Abendessen suchen und dann sicher besser schlafen als in diesem "Shit Hole" in Kings Cross. Na ja egal, aus Fehlern lernt man ...

Von der Harry Potter Tour, die wir heute gemacht haben, erzähle ich ein anderes Mal.


Liebe Grüße aus London

Sarina & Mareike

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