ALBA - born to love SPECIAL
Hier gibt es heute wie versprochen, die Zusatzszene von der PC Louise mir während unserer Zeit zum HebCelt erzählt hat, als wir über Mark & Nicole gesprochen haben.
Natürlich habe ich den "Vorfall" auf Nicoles Geschichte umgearbeitet, aber passiert ist es (so wie einige andere Szenen im Buch) wirklich.
»Nic?«, kratzt Supermans Stimme über mein Funkgerät, als ich mich gerade an den Schreibtisch gesetzt habe. »Nic, kannst du mal bitte zum Empfang kommen?«
Er sagt bitte und er klingt echt verzweifelt. Lou kommt mit einer Tasse Kaffee aus ihrem Büro, damit wir über ihren Urlaub tratschen und ich ihr das letzte Ultraschallbild meiner Babys zeigen kann, aber jetzt mein Kollege braucht mich am Empfang.
»Bin gleich zurück«, murmele ich und mache mich auf den Weg in den Flur.
Ich entdecke Superman zusammen mit Boo und einer jungen Frau am Empfang. Die schwere Tür knallt hinter mir ins Schloss, worauf sich alle drei erschrocken zu mir umdrehen. Die junge Frau hat geweint. Sie trägt eine weite Jogginghose und ein Trägertop, ihre Füße stecken in Hausschuhen, während ihre Haare aussehen, als wäre sie eben aus dem Bett gefallen. Stirnrunzelnd trete ich näher.
»Was gibts denn?« Ich mustere die Frau und entdecke die rosafarbenen Handschellen um ihre Handgelenke.
»Das ist Wendy«, meint Boo mit tiefer Stimme. »Sie hatte einen kleinen Unfall.« Er versucht ernst zu bleiben, aber Superman dreht sich schon um, damit niemand sieht, dass er sich auch das Lachen verkneifen muss.
»Hm.« Ich trete näher. »Hi Wendy.«
»Hi«, quietscht sie.
»Ich wette die beiden Spaßvögel hier können den Schlüssel nicht finden?«
»Nein. Ich habe gedacht, dass sie einfach so wieder auf ...« Sie beginnt erneut zu weinen. »Mein Freund wollte ...«
»Schon ok.« Die Situation ist urkomisch und meine beiden männlichen Kollegen sichtlich überfordert, trotzdem frage ich mich, warum sie ausgerechnet mich zur Hilfe rufen. Keiner von ihnen weiß, dass Mark und ich meine Handschellen auch schon mal mit ins Bett genommen haben. Ich räuspere mich bei dem Gedanken.
Superman reicht mir den Generalschlüssel, und Boo beeilt sich, aus dem Raum zu kommen, um den Werkzeugkasten zu holen. Wendy starrt mich verzweifelt an. Ich greife ihre Hände, aber natürlich passen unsere Schlüssel nicht in die Handschellen aus einem Sexshop oder Spielzeugladen. Als Boo zurückkommt, versuchen wir es mit einer Zange und schließlich mit einem Schraubenzieher, aber um Wendy nicht zu verletzen, legen wir das Werkzeug schnell wieder zur Seite. Ich frage mich wo ihr Freund ist, wenn er seine Freundin schon in eine solche Situation bringt und dann nicht mal die Eier in der Hose hat, mit ihr um Hilfe zu bitten. Superman ist froh, als das Telefon klingelt und er Abstand nehmen kann, aber ich höre ihn im Büro lauthals loslachen.
»Wir könnten Robert anrufen, er hat sicher einer schärfere Kneifzange in der Werkstatt«, schlägt Boo vor.
»Klar, warum nicht gleich die Feuerwehr, mit der Flex«, murmele ich und drücke einen dünnen Schraubenzieher vorsichtig in die mittlerweile deutlich verbogene Öffnung.
»Aua!« Wendy zuckt zurück.
»Sorry.«
»John. Komm zurück und bringt den spitzen Brieföffner auf dem Tisch vom Sergeant mit!«, fordere ich über Funk. Kurz darauf tritt Lou durch die Tür.
»Was macht ihr denn ...« Jetzt hat sie das Problem erkannt. »Ok, ich hab da eine Idee.« Sie verschwindet wieder.
»Willst du etwas trinken, Wendy?«, frage ich, nachdem Boo ihr einen Stuhl angeboten hat.
»Ja, gerne.«
Boo holt ein Glas Wasser und reicht es an Wendys gefesselte Hände, bevor er sich grinsend zu mir wendet. Ich schnappe mir ebenfalls ein Glas und lehne mich kurz an die Wand an.
»Alles ok, Nic?«, fragt Boo besorgt. Seit ich schwanger bin, fassen meine Kollegen mich mit Samthandschuhen kann und sind damit fast schlimmer als Mark. Aber ich genieße die zusätzliche Aufmerksamkeit auch. Hier und zuhause.
Wendy lässt ihr Glas sinken und starrt mich an. »Oh, Sie sind schwanger?«
»Ja, ein wenig«, antworte ich schmunzelnd, bevor ich ihr das leere Glas abnehme.
»Setz dich«, fordert Boo und funkt nach Superman, der dann mit Lou wieder zum Empfang kommt. Wendy muss ihre Hände ausstrecken und Lou arbeitet filmreif, mit einer aufgebogenen Büroklammer und dem Brieföffner, bevor es leise knirscht und Supermann die verkanteten Enden der Handschellen auseinanderziehen kann. Wendy seufzt erleichtert. »Oh ich danke Ihnen.« Sie reibt sich die schmerzenden Handgelenke.
»Als Andenken?«, fragt Superman grinsend, als er ihr die Handschellen zurückgibt.
»Nein, lieber nicht«, antwortet Wendy mit roten Wangen und fällt John um den Hals. »Sie sind mein Held!«
»Ja, ja, schon gut.« Er stellt sie wieder auf den Boden ab. »War ja Teamwork.«
